Geprüfter Fachwirt

Was ist ein Fachwirt?

Der Fachwirt ist eine Aufstiegsweiterbildung für Kaufleute aller Branchen, die auf Aufgaben bis ins mittlere Management qualifiziert. In der Regel wird die Fachwirt-Weiterbildung nach einer kaufmännischen Ausbildung und erster Berufspraxis absolviert. Dabei gibt es zwei verschiedene Formen des Fachwirts: die Spezialisierung in einer Branche (z.B. Kaufmann für Tourismus) oder die Spezialisierung in einen Funktionsbereich (z.B. Fachwirt für Marketing). Außer Fachwissen in einer Branche oder einem Funktionsbereich, erwirbst Du als Fachwirt auch Organisations-Knowhow.

Der geprüfte Fachwirt ist im DQR in Stufe 6 einsortiert.

In welchen Branchen arbeitet ein Fachwirt?

Den Fachwirt Titel kannst Du in beinahe jeder kaufmännischen Branche erwerben. Wer sich noch nicht auf eine Branche festlegen will oder einen Wechsel anstrebt, sollte sich möglichst breit aufstellen. Echte Allrounder sind der Wirtschaftsfachwirt oder der Handelsfachwirt, die als Generalisten vielseitig einsetzbar sind.

Was tut ein Fachwirt? Aufgaben und Tätigkeiten

Der Fachwirt ist in vielen Unternehmen das Scharnier zwischen Management und Sachbearbeitern und wird daher oft als Team-Leiter eingesetzt. Neben den kaufmännischen Aufgaben, die auch ein Sachbearbeiter leistet, übernimmt der Fachwirt auch Planungs- und Organisationsaufgaben. Der Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen ist beispielweise nicht nur ein besonders gut ausgebildeter Pfleger, sondern vor allem auch in der Lage, Schichtpläne zu erstellen und Dokumentationsprozesse zu optimieren.  Entsprechend haben Fachwirte oft Einblick in beide Welten: sie kennen die Ziele und Denkweisen im Management, aber auch die Mühen der Ebene und den Arbeitsalltag, in dem diese Ziele erreicht werden sollen.

Und was ist ein Fachkaufmann?

Bis 2014 stellte sich die Frage: „Fachwirt oder Fachkaufmann werden?“. Seit 2014 gibt es den Fachkaufmann als Abschluss nicht mehr, die entsprechenden Abschlüsse sind nun alles Fachwirte.

Wie ist das Ansehen des Fachwirts?

Wenn ein Personaler den Fachwirt im Lebenslauf sieht, ist das für ihn ein positives Signal. Zum einen, weil der Bewerber damit fachliche und organisatorischen Kenntnisse nachweist. Vor allem aber auch, weil der Fachwirt fast immer berufsbegleitend erlangt wird. Der Bewerber hat damit schon mal bewiesen, dass er die berühmte „Extrameile“ geht und aktiv für seine Ziele arbeitet. Das hat noch nie geschadet.

Welche Berufsaussichten bringt der Fachwirt?

Eine Weiterbildung zum Fachwirt kann bei der Karriere im eigenen Unternehmen helfen. Häufig werden Führungsaufgaben wie Teamleiter durch Fachwirte besetzt. Ein Steuerfachwirt beispielsweise unterstützt den Steuerberater als Teamleiter und führt die  Steuerfachangestellten.

Auch wenn Du einen Wechsel planst, ist eine Weiterbildung hilfreich. Du kannst Dich dann mit größerem Erfolg direkt auf die untere Managementebene (Teamleiter) bewerben, bei kleinen Unternehmen durchaus auch im mittleren Management (Abteilungsleiter).

In beiden Fällen machst Du Dich für die Unternehmen wertvoller, was sich sehr oft in einem sicheren Arbeitsplatz und höherem Gehalt niederschlägt.

Gilt der Fachwirt auch im Ausland?

Eine Entsprechung für den „Fachwirt“ gibt es in den meisten Ländern nicht. Behelfmäßig wird meist mit „Bachelor“ übersetzt. Das ist zwar insofern naheliegend, als beide Abschlüsse gleichwertig (Qualifizierungsstufe 6) sind, aber trotzdem irreführend: ein Bachelor ist ein Studienabschluss, während der Fachwirt nach einer Berufsausbildung und in der Regel auch Berufspraxis erworben wird. Er ist daher viel stärker „hands on“, als ein „nur Studium“. Sinnvoll bei einem Wechsel ins Ausland ist daher ein aussagekräftiges Zertifikat, in dem die Lehrgangsinhalte möglichst präzise beschrieben sind.

Und nach dem Fachwirt?

Nach dem Fachwirt kannst Du Dich natürlich weiter qualifizieren. Die nächste Weiterbildung ist in der Regel die zum Betriebswirt. Damit sind dann oft auch Führungsaufgaben im Management, bei kleineren Unternehmen bis in die Geschäftsführung, verbunden. Bei den Betriebswirten gibt es eine ganze Reihe von Weiterbildungen. Die wichtigsten sind:

Eine Alternative ist das Studium der Betriebswirtschaft. Der Fachwirt ist in der europäischen Qualifizierungssystematik gleichwertig mit dem Bachelor. In den meisten Bundesländern ist er zugleich auch Studienberechtigung an einer Hochschule, so dass Du nach dem Fachwirt auch ein Masterabschluss anstreben kannst – auch ohne Abitur.


Beispiele für Weiterbildungen zum Fachwirt sind:

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